DIE GROßE FILMTOUR DURCH ANDALUSIEN
Andalusia und Musik

Musik hat in der Geschichte Andalusiens schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Bereits in der Antike wurde über Frauen aus Cádiz berichtet, die bei römischen Festen zum Klang kleiner Schlaginstrumente (einer Art Zimbeln) sangen und tanzten, und heutzutage ernten andalusischen Künstler wie Malú, Manuel Carrasco oder India Martínez einen Erfolg nach dem anderen. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Musik laufend weiterentwickelt. Kein Wunder also, dass sie bei Volksfesten auch heute noch die Hauptrolle spielt. Dies spiegelt sich auch im andalusischen Film wider: ein Zusammenspiel aus Szenarien, Geschichten und Liedern, die das Bestaunen von Orten, die schon von Camarón, María Callas oder John Lennon betreten wurden, zu einem wahren Genuss für Augen und Ohren machen.

Jalisco canta en Sevilla (1949)
Pan, amor y Andalucía (1958)
Callas Forever (2002)
Camarón (2005)
Zindagui Na Milegi Dobara (2011)
Vivir es fácil con los ojos cerrados (2013)

Worte von...

 

„Den Film ‘Vivir es fácil con los ojos cerrados’ in Almería zu drehen, war etwas ganz Besonderes. Die Landschaft des Cabo de Gata, der Strand… Seit ich klein war habe ich dort immer die Sommerferien verbracht, und es war richtig toll, auf einmal an ebendiesen Orten zu drehen und sie danach im Kino zu sehen. Der Cabo de Gata ist ganz bestimmt eine der schönsten Filmkulissen, die man sich vorstellen kann.“

Natalia de Molina

„Ich verbrachte etwa zwei Monate in San Fernando für ‘Camarón’, um den örtlichen Akzent zu erlernen. Ich habe mich so wohlgefühlt, habe die Zeit dort so genossen und so viel über das Leben gelernt, dass es mir schwerfiel, wieder zu gehen.“

Óscar Jaenada

„Ich liebe Sevilla. Hier gibt es den besten Flamenco, den ich je gesehen habe.“

Jeremy Irons

„Ehrlich gesagt, ich glaube nicht, dass ich Außenaufnahmen je so genossen hatte wie beim Dreh dieses Films.“

Hrithik Roshan

Drehorte
Plaza de los Capuchinos: Cristo de Los Faroles
Almería

Diese Skulptur wurde 1794 von dem Bildhauer Juan Navarro León errichtet. Sie befindet sich auf der Plaza de los Capuchinos, einer der schönsten Plätze in Córdoba, der zwei der...

Calle Carmen
Cádiz

Die Straße, in der Camarón de la Isla zur Welt kam, verdankt ihren Namen der Virgen del Carmen, Schutzpatronin von San Fernando (und der Marine), der eine Nische in der...

Playa de Camposoto
Cádiz

Dies ist ein unberührter Strand, der sich von Chiclana de la Frontera bis Cadiz erstreckt und zum Naturpark Bahía de Cádiz gehört. Er wurde früher vom Militär genutzt (es...

Puente Zuazo
Cádiz

Diese Brücke verbindet San Fernando mit Puerto Real, und überquert den Caño de Sancti Petri. Die erste Brücke stammt aus dem Mittelalter, obwohl schon zuvor das Aquädukt von...

Playa de La Casería
Cádiz

Der Strand erstreckt sich vom Arsenal de la Carraca bis nach Punta Cantera. Er ist von kleinen Häusern umgeben und dient den kleinen Booten, die tagsüber zum Fischen ausfahren,...

Barbate
Cádiz

Diese Gemeinde, ist mit 25 Küstenkilometern eines der wichtigsten Tourismuszentren Südspaniens.  Sie besitzt einige der berühmtesten und meistbesuchten Strände der Provinz...

Plaza de la Maestranza
Sevilla

Die Stierkampfarena von La Maestranza befindet sich im Stadtteil Arenal in Sevilla. Sie wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Die Architektur der Arena ist spätbarock, typisch für...

Plaza de España
Sevilla

2017 wurde die architektonische Vorzeigekulisse von Sevilla, die von dem Architekten Aníbal González für die Iberoamerikanische-Ausstellung von 1929 erbaut wurde, von der...

Alájar
Huelva

In der Altstadt von Alájar, die seit 1982 unter nationalem Denkmalschutz steht, bilden maurische und typische Sierra-Häuser ein verschlungenes Straßenlabyrinth. Es lohnt sich,...

Puente Nuevo und Plaza de España
Málaga

Die „Neue Brücke“, eines der Markenzeichen Rondas, wurde im Jahre 1793 fertiggestellt. Sie überquert eine über 100-Meter-tiefe Schlucht, die vom Fluss Guadalevín in den...

Grazalema
Cádiz

Dieses wunderschöne Dorf befindet sich im Schutzgebiet des Naturparks Sierra de Grazalema, von dem es seinen Namen hat. Es gehört zur sogenannten Route der weißen Dörfer und...

Teatro Cervantes
Almería

Dieses Gebäude stammt aus dem Jahr 1886, als es vom Architekten Enrique López Rull entworfen wurde. Allerdings wurde es erst 1921 eingeweiht. Aktuell wird das Kino nicht mehr...

Salinen von Cabo de Gata
Almería

Betrachtet man das bemerkenswerte Ökosystem Andalusiens, sieht man, dass die Salinen in Cabo de Gata der einzige Teil im Westen von Andalusien ist, in dem noch industrielle...

La Isleta del Moro
Almería

Dieses praktisch vom Meer umgebene kleine Dorf gehört zu den Orten in Almería, die man unbedingt aufsuchen sollte. Der Strand del Peñón Blanco hat feinen Sand, er ist 400 m...

Der Strand von Rodalquilar
Almería

Dieser außergewöhnliche unberührte Strand über 400 m mit goldenem Sand und von einer einmaligen Natur umgeben, ist einer der schönsten Strände des Parque Natural de Cabo de...

Die Wüste von Tabernas
Almería

Nur 30 km von der Hauptstadt von Almería entfernt liegt dieses Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 280 km². Es ist eine der meistgezeigtesten Landschaften im Kino, z. T....

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Anekdoten
In Setenil de Las Bodegas entdeckte die indische Regisseurin Zoya Akhtar durch Zufall eine pittoreske Bar. Sie mochte die Location so sehr, dass sie sich am nächsten Tag spontan dazu entschloss, dort eine vertrauliche Szene mit den drei Hauptdarstellern von „Man lebt nur einmal“ zu drehen.
Die Hauptszene des Films „Man lebt nur einmal“ (Zindagi Na Milegi Dobara), ein spektakulärer Massentanz, wurde in Alájar (Huelva) aufgenommen. Dabei wurde zum Hauptsong des Films gesungen und getanzt: das Lied „Señorita“ von der Sängerin María del Mar Fernández, die, obwohl sie bei den Dreharbeiten gar nicht teilgenommen hatte, in Indien prompt zu einer Offenbarung wurde und mit ihrem Lied einen beispiellosen Erfolg erzielte. Außerdem erhielt der Tanz den Preis für die Beste Choreographie bei der Filmfare-Gala, ein Preis, der in Indien einem Oscar gleichkommt.  
„Pan, amor y Andalucía“ gehört zu einer Reihe von Filmen, in denen Vittorio De Sica und Weltklasse-Schauspielerinnen wie Gina Lollobrigida und Sophia Loren die Hauptrollen spielen. Da der Film in Andalusien gedreht wurde, sollte die Heldin der letzten Streifens eine Spanierin sein. Die glückliche Auserwählte war keine andere als die schon damals berühmte Carmen Sevilla.
Vor den Dreharbeiten von „Camarón“ wusste der Schauspieler Óscar Jaenada, der in seine Haut schlüpfen sollte, überhaupt nichts über den Flamenco-Sänger. Aber er ließ sich die Haare wachsen und verschlang jegliches Material über Camarón, das er finden konnte, sodass er am Ende genau so ging, sprach und rauchte wie er, sodass er in San Fernando von vielen mit „José“, dem Vornamen des Künstlers angesprochen wurde.
Der Film „Vivir es fácil con los ojos cerrados“ basiert auf einer wahren Begebenheit. In den Sechzigerjahren traf sich Juan Carrión, ein Schullehrer, der Songtexte der Beatles im Englischunterricht einsetzte, mit John Lennon, der sich damals für die Dreharbeiten von „Wie ich den Krieg gewann“ in Almería befand, und bat ihn, ihren Platten auch die entsprechenden Songtexte beizulegen. Und obwohl Trueba vorerst kein Treffen mit Carrión organisieren wollte, um das Drehbuch völlig unbeeinflusst schreiben zu können, suchte er ihn danach sehr wohl auf, sobald der Film in trockenen Tüchern war. Carrión, der wenige Jahre nach der Uraufführung verstarb, „freute sich sehr über den Erfolg des Films“, so Trueba. In der Tat wurde der Regisseur bei der Gala des Goya-Filmpreises 2014 von dem ehemaligen Lehrer begleitet, der live miterleben durfte, wie seine Geschichte den Goya für den Besten Film erhielt.
„Camarón“ wurde in San Fernando, der Heimatstadt des Flamenco-Sängers, gedreht. Viele Einwohner der Stadt waren bei den Dreharbeiten anwesend. Es waren so viele Einheimische da, dass Jaime Chávarri in einem Interview sagte: „Die Leute von San Fernando haben uns ihr Herz geöffnet. Es gab Momente, in denen jemand an mich herantrat, um mir voller Respekt mitzuteilen, ein Gitano wie Camarón würde dies oder jenes niemals sagen, das klänge zu formell. Dann haben wir das umgeschrieben.“
Die Szene von Carmens Tod in „Callas Forever“ wurde in Cordoba, genauer gesagt am Cristo de Los Faroles, gedreht. Zwei der Chorsängerinnen täuschten auf Arbeit eine Magenverstimmung vor, um an den Dreharbeiten teilnehmen zu können. Am nächsten Tag erschien auf der Titelseite einer Zeitung unter der Überschrift „Schauspielerinnen aus Córdoba in einem internationalen Film“ ein Foto von den beiden.
David Trueba erzählte, dass der Wind am Cabo de Gata manchmal die Dreharbeiten von „Vivir es fácil con los ojos cerrados“ erschwerte. Er versuchte es dennoch positiv zu sehen und nutzte ihn für den Film. Javier Cámara erinnert sich an einige wunderschöne Aufnahmen von Natalia de Molina mit im Wind flatternden Haaren