DIE GROßE FILMTOUR DURCH ANDALUSIEN
Lawrence von Arabien

Als Gewinner von sieben Hollywood Oscars, darunter der Beste Film und der Beste Regisseur, kann Lawrence von Arabien als erster Blockbuster der in Andalusien gedreht wurde betrachtet werden. Dank dieses Films erhielt Andalusien seine Bestimmung als beliebter Drehort. Der legendäre Film, der als einer der besten Filme in die Kinogeschichte einging, erzählt die Geschichte von T.E. Lawrence im Dienste des britischen Militärs. Seine Armee steht den Türken gegenüber und er setzt sich für die Vereinigung der arabischen Stämme während des 1. Weltkrieges ein. Vierzehn intensive Monate mit Dreharbeiten in Jordanien, Marokko und Spanien mündeten in einem mehrfach prämierten klassischen Epos mit einer Dauer von mehr als drei Stunden. Es zeigte Andalusien in den 60er Jahren und verwandelte Sevilla in die exotischen Städte Damaskus und Kairo, und Almería in die sengende Wüste des nahen Orients.

 

Regie: David Lean
Darsteller: Peter O’Toole, Omar Shariff, Sir Alec Guinness, Anthony Quinn, José Ferrer, Jack Hawkins…
Produktion: Columbia Pictures / Horizon Pictures


Route für einen Urlaub

Worte von...

 

„In Sevilla waren schon einige spanische Filme aufgenommen worden, aber der Erfolg kam mit „Lawrence von Arabien

Carlos Rosado (Vorsitzender der Spanien Filmkommission)

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Anekdoten
In Carboneras, einer Stadt in Almeria, in der zahlreiche Filme gedreht wurden, befindet sich das El Dorado Hotel, ein wunderschönes Lokal, das von Eddie Fowlie, dem verstorbenen nordamerikanischen Film-Scout, entworfen wurde. Nach den Dreharbeiten zu "Lawrence von Arabien" entschied sich Fowlie, einer der vertrauenswürdigsten Männer von David Lean, in Almeria zu bleiben und zu leben und eröffnete dieses Hotel, in dem zahlreiche Fotografien und Requisiten einiger der Filme zu finden sind. Außerdem wurde die Tür dieses Hotels in dem Film "Nikolaus und Alexandra" (1971) verwendet.
Auf der Rambla „El Cautivo“ in Tabernas wurde eine Oase mit Bäumen und großen Palmen, die aus Alicante geholten wurden, gebaut. Diesen Ort gibt es heute immer noch und er wurde seitdem von zahlreichen Produktionsfirmen immer wieder für Außendrehs genutzt. Der Erbauer der Oase war der Produzent Eddie Fowlie, der sich in Almería verliebte, und zwar so sehr, dass er blieb, um dort zu leben. Bis zu seinem Tod 2014 war Fowlie der Besitzer des Hotels El Dorado in Carboneras.
In der Szene, in der General Allenby in Damaskus (Plaza de España in Sevilla) einzieht, sind mehr als 2.000 Personen zu sehen, viele von ihnen Zigeuner, die sich als Statisten gemeldet hatten, um Araber darzustellen.
„Lawrence von Arabien” war der erste Dreh dieser Größenordnung, der in Almería realisiert wurde. Insgesamt wirkten 1.000 Statisten, 750 Pferde und 159 Kamele, die aus Spanisch-Sahara gebracht wurden, in dem Film mit. Die technische Crew bestand aus rund 400 Leuten, darunter 250 Spanier, und die Künstler Crew bestand aus über 150 Leuten.
Die Aufnahmen in Sevilla begannen am 18. Dezember 1961 und dauerten drei Monate an. Danach ging es weiter in Almería, wo die Dreharbeiten am 21. März 1961 begannen und drei Monate später am 7. Juli endeten.
Am ersten Tag der Dreharbeiten in Almería kam an einem Pass in der Nähe von Tabernas, plötzlich ein Unwetter mit so starkem Regen auf, dass das Set beinahe zerstört, der Wohnwagen von David Lean überflutet wurde und viele Schauspieler und Statisten sich auf einen Hügel flüchten mussten.
Während der Aufnahmen in Casa Pilatos verhedderte sich ein Kabel um den Hals einer antiken römischen Statue, die in einem Gebäude von 1516 stand, wobei die Statue ihren Kopf verlor. Die Gräfin Medinacelí, die Eigentümerin des Hauses, spielte das Mißgeschick herunter und versicherte, dass “es ja nur römisch war”.
Beim Dreh in den Dünen von Cabo de Gata mussten 30 Reiter auf dem Rücken von 30 rotbraunen Pferden vorbeireiten. Während die Szene aufgenommen wurde, sahen der Regisseur und die Crew, wie die Reiter über den Hügel ritten und dann verschwanden. Auf ihre Rückkehr wird immer noch gewartet…
Während der Dreharbeiten im Nicolás Salmerón Park erlitt der Regisseur der zweiten Besetzung, Noel Howard (der Regisseur David Lean hatte die Dreharbeiten bereits verlassen), einen Unfall. Der Kamerakran, der die Ankunft der Straßenbahn filmte, sollte zurückschwenken, damit die Bahn vorbeifahren konnte. Die Zeit reichte aber nicht aus und der Kran wurde von der Bahn getroffen. Durch den Zusammenprall erlitt Howard eine ernsthafte Verletzung am rechten Oberschenkel von 15 Zentimetern Länge.
Beinahe so berühmt wie die Dreharbeiten wurden die nächtlichen Gelage, die die beiden Hauptdarsteller Peter O’Toole und Omar Sharif beinahe jede Nacht anführten. Einige dieser Parties dauerten vier Tage an oder endeten erst, wenn O’Toole das Bewusstsein verlor.
Da die Hunderten von engagierten Statisten für die Szene auf der Plaza de España, wo sie Lawrence von Arabien zujubeln sollten, nicht ausreichend motiviert waren, schlug der Regisseur vor, sie sollten ihm applaudieren, als sei er Charles Dickens. Da aber niemand Charles Dickens kannte, motivierte der Koordinator der Statisten sie zu jubeln, als sei er der Stierkämpfer Antonio Ordóñez. Und das funktionierte.
Für die schwierige Szene, in der der Zug explodiert, aufgenommen in den Dünen von Cabo de Gata, wurden Schienen von 2,5 km Länge verlegt und über 60 Arbeiter präparierten den Untergrund, damit die Schienen darauf verlegt werden konnten. Außerdem wurde extra eine Straße durch den Cabo de Gata gebaut. Die Produktionsfirma kaufte der spanischen Eisenbahngesellschaft RENFE zwei ganze Züge aus Almería, Alhama und Santa Fe ab, die komplett auseinandergebaut und auf Lastwagen zum Set transportiert wurden. Es wurden 4,5 Kg Sprengstoff und weitere 4,5 Kg Schwarzpulver eingesetzt. Der Maschinist beschleunigte die Lokomotive auf Höchstgeschwindigkeit und sprang Sekunden vor der Explosion ab. Die Szene wurde mit sieben Kameras aufgenommen. Dabei waren die Crews von TVE und BBC, außerdem Journalisten aus verschiedenen Ländern, die extra nach Almería gekommen waren, um dem Ereignis beizuwohnen. Vorher war die Sprengung eines anderen Zuges mit 14 Waggons aufgenommen worden, in denen Pferde und Statisten die türkische Infanterie darstellten, wobei die Schützen auf die Dächer der Waggons kletterten.